LOSER YOUTH – Warum haust du dich selbst LP

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Das zweite Album ist das schwierigste, sagt man. All die Erwartungen, die darauf liegen. War das Debüt ein Erfolg, so steht man vor der Wahl, auf Nummer sicher zu gehen, einfach eine Kopie einzuspielen und vielleicht für immer in den endlosen Weiten der Belanglosigkeit zu verschwinden oder man entscheidet sich für die riskante Variante und irritiert die geneigte Zuhörer*Innenschaft mit avantgardistischen Zwölfton-Experimenten für Mellotron und Olifant.
Zum Glück ist „Warum haust du dich selbst“ bereits der dritte Longplayer der LOSER YOUTH, also kann man einfach mal ausprobieren und auf die Meinung anderer scheißen, künstlerisch frei und so.
Wir dürfen gespannt sein, was die drei Hamburger uns auf ihrem neuen Machwerk kredenzen: ist es ein Konzeptalbum mit lang ausgehaltenen Harmonien und Strukturen und dem signifikanten Halbtonschritt von Fis zu F als maßgebendem Charakteristikum? Überrascht Pauli mit einem Schalmeisolo, basierend auf der phrygisch-dominanten Tonleiter? Gibt Stefan ein zwanzigminütiges, sozialkritisches Schlagzeugintermezzo im dreizehnzwölftel Takt zum Besten?
Erschaffen sie gar einen völlig neuen harmonisch-gewagten Klangkosmos mit ambitioniert-ätherischen Akkordfolgen wie Am-Em-C-F13b9xyUngelöst?
Hierzu der knappe Kommentar von Gitarrist und Sänger Thommy: „Ich persönlich halte nicht viel von Streichern und solchem Schnickschnack. Ich war nie besonders angetan von diesem Pop-Opern-Zeug. Mir gefallen Drei-Minuten-Aufnahmen, so kurz wie Werbespots.“
Vielleicht hat das aber auch John Lennon gesagt, wer weiß das schon.
Fakt ist, die LOSER YOUTH ist zwar älter aber nicht leiser geworden, sie pfeifen weiterhin auf die Leistungsgesellschaft, das Arbeitsamt und Deutschland und zeigen auf, was hier falsch läuft und nicht mit dem mahnenden Zeige-, sondern dem ausgestreckten Mittelfinger. Also, keine Sorge, „Warum haust du dich selbst“ ist keine Musikjournalistenwichsvorlage, sondern ein weiterer (musikalischer) Schlag in die hässliche Fresse der Gesellschaft.
In diesem Sinne: über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen. Hört selbst!

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